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Kanamara-Matsuri – das etwas andere Schrein-Fest

Der große rosa Penis wandert diesen Sonntag wieder durch die Straßen von Kawasaki. Nein, das Kanamara-Matsuri zu Deutsch  „Das Fest für den stählernen Penis“ ist kein verspäteter Aprilscherz. Es ist ein skurriles Schrein-Fest, das jedes Jahr viele Touristen anzieht.

Das Penis-Festival

Das Fest in seiner heutigen Form findet seit 1969 am ersten Sonntag im April statt.  Veranstaltet wird es vom Kanayama-Schrein.
In einer Parade werden zwei große Phalli auf Mikoshi – tragbare Schreinen – durch die Straßen getragen. Die Männer, die den Penis durch die Gegend tragen, sind dabei als Frauen verkleidet. Aber damit nicht genug: Auch in Form von Süßigkeiten und Zeichnungen ist der Penis allgegenwärtig. Am Straßenrand schnitzen die zahlreichen Besucher sogar Rettiche in Phallus-Form.

Außer zur Belustigung und zum Anlocken vieler Touristen hat das Fest auch eine richtige Relevanz. An  dem Tag wird über Safe Sex aufgeklärt. Und es wird Geld für HIV-Founds gesammelt.

Hintergrund

Bereits im 17. Jahrhundert entstand der Ursprung für das Schrein-Fest. Damals war Kawasaki als Rotlicht-Milieu bekannt. Die Prostituierten beteten für den Schutz vor Krankheiten und gute Geschäfte.

Der Kanayama-Schrein steht für einen Fruchtbarkeitskult, bei dem der Penis das Hauptobjekt der Verehrung ist. Auch die Götter Kanayamahiko und Kanayamahime für Bergbau und Schmiedekunst werden in diesem Tempel verehrt.
Wieso werden in dem Schrein für Phalli auch diese Götter verehrt? Das hat mit der Urgöttin Izanami zu tun. Sie und ihr Ehemann haben laut Mythologie Japan erschaffen und viele Götter in die Welt gesetzt. Bei der Geburt des Feuergottes hat Izanami sich fürchterlich verletzt. (Brennende Babys sind nun mal nicht so gut für die Gesundheit 😉 ) Kanayamahiko und Kanayamahime haben sie laut der Legende wieder geheilt.
Daher werden diese beiden Gottheiten auch für den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten, leichte Geburten, Heirat und harmonische Ehen angebetet.  Außerdem steht dieser Schrein noch für das Wohlergehen der Familie und gute Geschäftstätigkeiten.

Die Legende der von einem Dämon besessenen Vagina

Das Kanamara-Matsuri ist auch auf eine sehr seltsame Legende zurückzuführen. In dieser verliebte sich ein Dämon in ein schönes Mädchen. Das Mädchen wollte mit einem Dämon nicht zu tun haben und wies ihn zurück. Daraufhin nistete sich der Dämon in der Vagina des Mädchens ein. Als sie dann heiratete, biss der Dämon den Penis ihres Mannes in der Hochzeitsnacht ab. Bei ihrer zweiten Hochzeit passierte genau dasselbe. Verzweifelt wandte sich die Frau an den Schmied des Dorfes. Sie bezahlte ihn um einen stählernen Penis herzustellen, der so hart war, dass die Zähne des Dämons abbrechen würden. Der Phallus trieb den Dämon aus und segnete die Frau mit Fruchtbarkeit.
Daher wird der schwarze Penis im April durch die Straßen getragen.

Der rosa Penis ist ein Geschenk des Elizabeth Drag Clubs gewesen und soll dabei helfen noch mehr Geld für die HIV Forschung zu sammeln.

Würdet ihr dieses Fest einmal besuchen? Es ist ganz bestimmt ein Erlebnis ^^

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