Homo_Ehe_900x500px

Homo Ehe endlich auch in Japan?

Japan ist der einzige G7 -Staat ohne Homoehe oder landesweit eingetragener Lebenspartnerschaft. So kann das doch nicht weitergehen! Das dachten sich auch 13 gleichgeschlechtliche Paare aus verschiedenen Städten Japans.

Protest

Die 13 Paare haben den Valentinstag ausgenutzt und reichten Klage ein! Sie fordern das Recht auf Gleichbehandlung. Denn da es ihnen nicht erlaubt ist zu heiraten, wird ihr Verfassungsrecht auf gleiche Behandlung beschnitten. Dafür verlangen sie alle eine Million Yen (ca. 8000 Euro) Entschädigung. Natürlich geht es ihnen nicht um das Geld, sondern darum auf diesem Weg die gleichgeschlechtliche Ehe  zu erzwingen.

Situation im Moment

In zehn Kommunen in Japan können homosexuelle Paare sich ein Zertifikat als „gleichgeschlechtliche Lebenspartner“ ausstellen lassen. Darunter auch Shibuya in Tokyo, das mit diesem Zertifikat 2015 Vorreiter war. Damit lassen sich zwar Schwierigkeiten bei der Wohnungsmiete und Krankenhausbesuche vermeiden, aber eine Lösung ist das nicht. Denn trotz Zertifikat wird die Partnerschaft bei Steuer und Erbschaft diskriminiert. Die gemeinsame Adoption von Kindern ist auch nicht möglich. Und das Einwilligen in Operationen (z.B. im Fall eines Unfalls) für den Partner ist ebenfalls verboten. Ein weiterer Punkt ist, dass die Partner in den Augen der zentralen Regierung als alleinstehend gelten.

Ein kleiner Lichtblick ist, dass dieses Jahr fünf weitere Städte bzw. Kommunen dieses Zertifikat ebenfalls einführen wollen.

Gesetzeslage

Um die gleichgeschlechtliche Ehe einzuführen, bedarf es einer verfassungsändernden Mehrheit im Parlament. Denn die Ehe ist in der Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

So sieht es zumindest die Regierung. Im Artikel 24 steht: „Die Ehe soll nur auf dem gegenseitigen Einvernehmen beider Geschlechter basieren und durch die Kooperation sowie gleichen Rechte von Mann und Frau als Basis aufrechterhalten werden.“

Die 13 klagenden Paare interpretieren diesen Auszug aber so, dass auch die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt sein sollte.

Änderung in Sicht?

Ministerpräsident Shinzo Abe hängt fest an seinem konservativen Familienbild. Und auch andere Politiker äußern sich immer wieder abfällig gegenüber der LGBTQ+ Gemeinschaft. Ein Beispiel dafür ist die Politikerin Mio Sugita, die 2018 gegenüber einem Magazin meinte, dass homosexuelle Paare nicht produktiv sind und die Regierung daher auch kein Geld für sie ausgeben sollte. Von ihrer Partei, der Liberaldemokratischen Partei (LDP), hat sie Rückendeckung bekommen. In der Bevölkerung rief diese Aussage aber große Empörung hervor. Es gab Proteste und es wurde sogar der Rücktritt von Sugita verlangt. Das hielt Katsuei Hirasawa aber nicht davon ab, im Januar eine ähnlich abfällige Bemerkung zu machen. Der Abgeordnete aus der LDP beschwerte sich, dass Shibuya die Zertifikate eingeführt hat. Und er sagte, dass Kritik an der LGBT-Gemeinschaft zwar Probleme verursacht, wenn aber alle so wie sie sind, würde Japan kollabieren. Auch er erntete heftige Empörung.

Denn auch wenn ein Großteil der Japaner ein Problem damit hat, wenn sie erfahren, dass Bekannte oder ihre Kinder homosexuell sind, so ist doch eine knappe Mehrheit für die Homoehe.

Wir können also erst mal nur hoffen, dass die mutige Aktion der 13 Paare etwas bewegt.

In Deutschland ist die Homoehe (auch erst!) seit dem 1.10.2017 eingeführt. Vorher gab es die „Eingetragene Partnerschaft“, die viel weniger Rechte als die richtige Ehe hatte.

Teile die neusten Infos zu Zasshi mit deinen Freunden!

Meining dazu? Immer her damit.

Deine E-Mail Adresse wird natürlich nicht veröffentlicht, außer du möchtest unbedingt. Felder mit * sind Plichtangaben. (Wie auf jeder anderen Webseite auch.)

Ich akzeptiere die Datenschutzhinweise.