Trostfrauen (4)

Streit um Japans düstere Vergangenheit

Der Streit:

Die Beziehung zwischen Südkorea und Japan ist seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute sehr angespannt. Ein besonders heikles Thema sind die sogenannten „Trostfrauen“.

Für diese Frauen, die im Krieg als Sexsklaven für die japanischen Soldaten gefangen gehalten wurden, hat Japan 2015 eine Stiftung eingerichtet. Diese sollte die Streitigkeiten ein für alle Mal beiseite legen.

Die Lage ist jedoch weiter eskaliert, als Südkoreas Familienminister am 21.11.18 verkündete, dass Südkorea plant, dieses Abkommen aufzuheben. Die Trostfrauen verdienten laut Präsident Moon Jae eine bessere Entschädigung um die Würde der Opfer wieder herzustellen.

 

Die Geschichte:

Zwischen 1937-1945 wurden circa 200.000 Mädchen und Frauen aus Korea und China vom japanischen Militär verschleppt. Sie wurden in Bordellen an den Fronten in Korea, China, Thailand, Myanmar, den Philippinen, Indonesien und Taiwan gefangen gehalten. Dort wurden die armen Frauen, die den Soldaten „Trost“ spenden sollten, vergewaltigt und teilweise auch brutal gefoltert.

Die öffentliche Debatte über dieses Thema begann nach dem Krieg erst in den 70er Jahren. 1992 begannen die ehemaligen Trostfrauen in Südkorea vor der japanischen Botschaft zu protestieren. Auf ihren Schildern stand: „Die japanische Regierung sollte sich schämen, nicht wir“. Als Resultat erkannte die japanische Regierung ihre Schuld an. Später wurde der „Asians Women´s Fund“ gegründet, der zur Hälfte von der Regierung und zur anderen Hälfte von Privatpersonen bereitgestellt wurde. Die Beteiligung von Privatpersonen gab dem Ganzen allerdings einen inoffiziellen Charakter. Damit erfüllte er nicht den Wunsch einer direkten Entschuldigung und Entschädigung seitens der japanischen Regierung.

Die Entschuldigung kam 2001 vom damaligen Premierminister Junichirō Koizumi, diese wurde aber vom jetzigen Premierminister Shinzō Abe völlig untergraben. Er verkündete 2007: „Es  gibt keinen Beweis, dass die Frauen gezwungen worden sind.“ Nach heftiger Kritik ruderte er zurück und entschuldigte sich bei den Trostfrauen.

Leider wurde 2013 der Einsatz von Trostfrauen vom Bürgermeister von Osaka als für die Truppenmoral notwendig verteidigt. Daraufhin debattierte die Regierung, ob sich das Land weiterhin für begangene Verbrechen entschuldigen sollte.

 

Aktuell:

Die Stiftung (von 2015) ist Teil eines Abkommens, das Japan nach der Zahlung von umgerechnet rund 7,8 Millionen Euro von weiteren Schuldzuweisungen und Ansprüchen frei spricht. Dieses Abkommen ist sehr umstritten, dennoch einigten sich beide Länder als endgültige Lösung darauf.

Japans Premierminister empörte sich über Koreas Ankündigung: „Wenn internationale Versprechen nicht eingehalten werden, kann es keine Beziehung zwischen den Ländern geben. Korea soll sich verantwortungsvoll verhalten.“ 34 von den 47 in Südkorea noch lebenden Trostfrauen und 58 hinterbliebene Familien haben bereits die Hälfte der vereinbarten Summe aus der Stiftung erhalten.

Das koreanische Außenministerium möchte mit Japan diskutieren, wie die finanzielle Auflösung der Stiftung zu regeln ist.

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